Sommer oder Winter? Schwarz oder weiß? Buch oder Hörbuch? Bei den meisten konträren Aspekten fällt es uns leicht zu entscheiden, mit welchem wir mehr sympathisieren. Doch ist es wirklich so einfach? Kann zeitlose, geschriebene Literatur nicht auch durch das Hörerlebnis zusätzlich an Wert gewinnen?
Klassisch und traditionell: das geschriebene Buch
Das leichte Knistern eines druckfrisch erschienen Buches zu hören und die noch festen Seiten langsam umzublättern, das steigert die Vorfreude auf interessante Literatur mehr als alles andere. Ein Buch vermittelt Ruhe, behagliche Einsamkeit und (Ent-)Spannung. Gebrauchte Bücher vom Flohmarkt erzählen Geschichten und regen die Fantasie an. Wem gehörte diese Lektüre wohl zuvor? Was verbindet derjenige mit ihr? Bücher können beschrieben und bemalt werden, besondere Textstellen werden markiert und der eigene Name in den Einband geschrieben um aller Welt zu zeigen: Diese Literatur ist mein, sie gehört zu mir. Das sind die unleugbaren Vorteile geschriebener Bücher. Für einige repräsentieren diese Aspekte das wahre Lesevergnügen, andere können durchaus auf sie verzichten.
Entspannend und praktisch: das Hörbuch
Sich nebenbei ein wenig berieseln lassen, die Spannung spüren und unbeschwert dem Treiben lauschen. Hörbücher ermöglichen es dem Autor, seine Vorstellungen den Adressaten genauso näher zu bringen, wie es seine Intention war. Der Hörer kann sich unbekümmert zurücklehnen oder nebenbei einer Vielzahl von Tätigkeiten nachgehen, während sich in seinen Ohren eine herzzerreißende Liebesgeschichte, eine große Familientragödie oder ein atemberaubendes Abenteuer abspielt. Die Fantasie wird nun nicht durch das Gelesene, sondern durch das Gehörte angeregt – ein anderer Sinn wird angesprochen. Vermerke, Verweise und Markierungen kann man jedoch auf das gesprochene Wort nicht übertragen. Dafür sparen Hörbücher Platz und können auf dem tragbaren Musikplayer überall mit hingenommen werden.
Unterschiedliche Einsatzorte und Geschmäcker
Ob man die gedruckte Buchversion oder das Hörbuch bevorzugt hängt einerseits vom persönlichen Geschmack ab und ist andererseits an die Gegebenheiten gebunden. Für die ausgiebige Beschäftigung mit Literatur eignen sich Bücher sicherlich besser, denn sie sich nicht bis in alle Ewigkeit an ihre ursprüngliche Form gebunden. Hörbücher hingegen bringen neue Möglichkeiten, etwa den Genuss von Romanen während einer Autofahrt oder beim Sport. Jeder sollte sich sein eigenes Bild machen und dann entscheiden, zu welchem Medium er persönlich tendiert.
Bild: Robert Kneschke – fotolia






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